Kurzinfos zum Untersuchungsgegenstand, den Forschungsfragen und der Anlage der Untersuchung

 

Untersuchungsgegenstand

Untersuchungsgegenstand waren sieben kirchliche Erwachsenenbildungseinrichtungen aus dem Bereich der EKD. Darunter waren selbständige Vereine, unselbständige Einrichtungen, regional und landesweit agierende Organisationen. Alle Einrichtungen hatten bereits einen Schrumpfungsprozess hinter sich.

Daneben konnten aufgrund der Anlage der Untersuchung (siehe weiter unten) durch die Einbeziehung von sieben  Gemeindeberater:innen, die Erfahrung mit der Begleitung von Schrumpfungsprozessen im kirchlichen Raum hatten, auch Kirchengemeinden mit bedacht werden.

 

Forschungsfragen 

Nachdem es vor ungefähr 10 Jahren im Forschungsstand praktisch keine Untersuchungen zu organisationalen Schrumpfungsprozessen im Bereich der Nonprofit-Organisationen gab und andere Untersuchungen überwiegend aus den englischsprachigen Kulturkreisen stammten, gab es damals und gibt es heute in der Schrumpfungsforschung von Organisationen eine große Forschungslücke. 

Die deutsche Forschungslandschaft gleicht diesbezüglich bis heute einem großteils unbestellten Feld. Für meine Forschungsarbeit hieß das, dass ich meine Forschungsanliegen frei nach meinem Interesse aussuchen und formulieren konnte. Dabei haben mich vor allem zwei Fragerichtungen interessiert:

  1. Wie können Schrumpfungsprozesse von Einrichtungen der Evangelischen Erwachsenenbildung in ihren wesentlichen 
    Aspekten wie Prozessverlauf, Gründe, Merkmale und besondere Einflussfaktoren beschrieben werden? 
    Hier ging es also darum, explizites Erfahrungswissen über das Schrumpfen zu extrahieren.
     
  2. Welche subjektiven Sichtweisen beeinflussen das individuelle und organisationale Verhalten in einer Schrumpfung? 
    Sind darin Muster bzw. Typen im Sinne von Deutungs- oder Handlungsmustern erkennbar?
    Hier ging es darum, subjektive Einstellungen bzw. Haltungen zur organisationalen Schrumpfung zu explizieren.

 

Anlage der Untersuchung/Forschungsdesign

Der begrenzt vorhandene Forschungsstand und die zweifache Fragerichtung legten ein hypothesengenerierendes, qualitativ ausgerichtetes Untersuchungsverfahren nahe.  

Die Untersuchung wurde deshalb im Rahmen von leitfadengestützen Einzelinterviews mit narrativen Anteilen durchgeführt. 

Das Sample der zu untersuchenden Einrichtungen wurde aufgrund einer Kombination aus kriteriengeleitetem und theoretischem Sample zusammengesetzt. Am Ende ergaben sich so 11 Interviews mit Betroffenen aus insgesamt sieben Einrichtungen unterschiedlicher Landeskirchen (2 x Süden/2 x Westen/2 x Osten/ 1 x Norden). 

Zur Ergänzung der Untersuchung aus einer Beratenden- und Gemeindeperspektive wurden parallel dazu EKD-weit sieben weitere Einzelinterviews mit Gemeindeberater:innen durchgeführt, die Erfahrung in der Begleitung von Schrumpfungsprozessen von Kirchengemeinden hatten. 

Alle Interviews wurden nach inhaltlichen Kategorien (Qualitative Inhaltsanalyse in Anlehnung an Kuckartz) ausgewertet und anschließend im Rahmen einer Typenbildung generalisiert. 

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