Bewältigungsprozesse

Im Rahmen des Bewältigungsprozesses einer organisationalen Schrumpfung finden drei ganz unterschiedliche Teilprozesse statt.
1. Prozess auf der Wahrnehmungs- und Entscheidungsebene
Hierbei geht es darum, die beginnende und fortschreitende Schrumpfung in der Organisation überhaupt wahrzunehmen und „richtige“ Entscheidungen zur Bewältigung zu treffen. Geschieht das nicht, kann sich der Schrumpfungsprozess, wie roten Abwärtskurve (Stufen der Schrumpfung nach Weitzel 1989) in der Grafik eindrücklich aufzeigt, statt zur Konsilidierung hin zu einer echten Krise und existentiellen Gefährdung entwickeln.
2. Prozess auf der Handlungsebene
Auf der (pragmatischen) Handlungsebene gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und Strategien, die Bewältigung einer Schrumpfung in der Organisation anzugehen. Zu nennen sind hier die in der Studie erhobenen Strategien wie „nichts tun“, Anpassung, Neuausrichtung oder Fusion.
Darüber hinaus sind auch andere Strategien wie z.B. verstärkte Kooperation und Vernetzung oder der Versuch als Organisation zu „überwintern“ oder sich als "gallisches Dorf" zu präsentieren, denkbar.
3. Prozess auf der emotionalen Ebene
Eine organisationale Schrumpfung löst bei den Beteiligten ganz unterschiedliche und z.T. sehr intensive Emotionen aus. Ängste, Wut, Resignation usw. können auftreten und verbinden sich zu einem regelrechten Trauerprozess, der von den betroffenen Personen in der Organisation ganz unterschiedlich gelebt und verarbeitet werden kann.
Diese drei Prozesse laufen mehr oder weniger gleichzeitig ab, werden aber in Gänze häufig nicht bewusst wahrgenommen. Unabhängig davon beziehen sich diese Prozesse aufeinander und können sich deshalb gegenseitig beeinflussen. Sie können aber nur bedingt gesteuert werden.